RELIGION: Verdichtet, verkürzt und vereinfacht für OberstufenschülerInnen als Auslegeordnung für fruchtbare Auseinandersetzung. von jo strebel Quellen: frei nach (c) Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, 2006 digitale Ausgabe, www.wikipedia.org,www.aphorismen.de
Fundamentalismus: Orientiert sich sehr streng am (vermeintlich) unverfälschten alten Kern einer Sache / Religion, erklärt diese Sicht als die einzig richtige und erlaubt sich alle anderen Sichtweisen als falsch, minderwertig hinzustellen oder ruft sogar zum vernichtenden Kampf gegen das andere auf.
Terrorismus: Kampf ohne Regeln und mit allen Mitteln unter bewusstem in Kauf nehmen von unschuldigen Opfern als Druckmittel oder zur allgemeinen Verunsicherung und Destabilisierung staatlicher Ordnung.
Philosophie: Die Philosophie ist mit der Religion eng verwandt. Philosophen ordnen grundsätzliche Fragen rein denkerisch. Religionen haben notwendigerweise einen geringeren oder grösseren Anteil an Philosophischem, einige Religionen sind mehrheitlich Philosophien (Konfuzianismus) einige haben eine starke, praktisch gleichberechtigte philosophische Seite (Christentum) und in einigen existiert sie nur unter dem Primat der Religion (Islam).
Konfuzianismus / Taoismus 400 a. Ch. n.: Der philosophische Zweig erscheint zunächst in zwei den historisch nicht fassbaren Philosophen Laozi (Daodejing) und Zhuangzi (Buch Zhuangzi) zugeschriebenen Werken, zu denen später noch als dritter »Klassiker« Liezi (Buch Liezi) hinzutrat.
weitere Religionen in dieser Mind-Map nicht eingegliedert: Zoroastrismus, Sikhismus, Jainismus, Manichäismus und moderne Erscheinungen wie: Hare-Krishna, Vereinigungskirche, Scientology, Divine Light Mission, Children of God
Dilemma (unlösbares Problem: Weil Religion eine Verbindung von Wissen (:= logisch) und Glauben (:= intuitiv) ist, lässt sich Religion nicht rein logisch definieren. Religion muss gerade deshalb umstritten sein und religiöse Menschen müssen diese Auseinandersetzung aushalten oder schöpfen gar Kraft für die Entwicklung.
Entwicklung: Weil Religionen in einem geänderten Lebenszusammenhang (Herrscherwechsel, Handelsbeziehungen, Naturkatastrophen...) häufig als ungenügend empfunden wurden, haben sich im Laufe der Geschichte immer wieder neue Religionen herausgebildet.
Zitate
Ghandi Mahatma 1869-1948 Friedensaktivist / Staatsmann: Die Religionen sind verschiedene Wege, die im gleichen Punkt münden. Was macht es, daß wir verschiedene Wege gehen, wenn wir nur das gleiche Ziel erreichen? Auge um Auge - und die ganze Welt wird blind sein!
Hindu-Weisheit : Ob man mit einer Leiter, einem Seil oder einer Treppe auf das Dach des Hauses gelangt, ist nicht wichtig. Ebenso ist es mit den Religionen.
Chinesische-Weisheit : Der Kluge sieht das Gemeinsame in den verschiedenen Religionen, der Dummkopf die Unterschiede.
Erasmus von Rotterdam 1469 - 1536 holländischer Theologe: Niemand ist weiter von der wahren Religion entfernt, als wer sich selbst für sehr religiös hält.
Immanuel Kant 1724-1804 deutscher Philosoph : Es ist unmöglich, daß ein Mensch ohne Religion seines Lebens froh werde.
unbekannter Sekundarschüler: Religion ist für mich wie ein Buch mit vielen Bildern. Ich verstehe es nur, wenn ich darüber nachdenke.
Friedrich Wilhelm Nietzsche 1844 - 1900 deutscher Philosoph: Da haben wir es also: Eine kirchliche Ordnung mit Priesterschaft, Theologie, Kultus, Sakrament; kurz, alles das, was Jesus von Nazareth bekämpft hatte...
Georg Christoph Lichtenberg 1742-1799) deutscher Physiker: Ist es nicht sonderbar, daß die Menschen so gerne für die Religion fechten und so ungerne nach ihren Vorschriften leben?
Wladimir Iljitsch Uljanow Lenin 1870 - 1924 Revolutionär / Kommunist: Religion ist Opium fürs Volk!
Christian Morgenstern 1871 - 1914 deutscher Schriftsteller: Was ist Religion? Sich in alle Ewigkeit weiter und höher entwickeln wollen.
Emanuel Wertheimer 1846 - 1916 deutsch-österreichischer Philosoph : Viele erinnern nur noch durch ihren Haß, daß sie einer Religion angehören.
Shrî Ramakrishna 1834 - 1886 indischer, hinduistischer Asket, Reformer, Philosoph: Warum entarten Religionen? Das Regenwasser ist rein. Doch wenn es Dach und Gassen durchlaufen hat, die unsauber sind, so verliert es seine reine Klarheit.
Hans Dieter Hüsch 1925 - deutscher Kabarettist: Wenn Gott sich in einem Hotel eintragen müßte, er wüßte wahrscheinlich gar nicht, was er unter "Konfession" schreiben sollte.
Willigis Jäger OSB Ko-un Roshi 1925 deutscher Benediktinermönch / Zen-Meister: Wenn Religion sich zu wichtig nimmt und sich zwischen Gott und den Menschen schiebt, verdunkelt sie Gott was eine Gottesfinsternis gibt.
Albert Einstein 1879-1955 deutscher Physiker Nobelpreisträger: Der Mensch ist der Anfang der Religion, der Mensch ist die Mitte der Religion, der Mensch ist das Ende der Religion.
Systematisierung: Die Religionen lassen sich in vier grosse Gruppen unterscheiden.
Atheismus: Konsequente Leugnung eines tieferen Sinnes im Leben. Nach dem Tod bleibt nichts!
Sucht: Kein Interesse an den Sinnfragen des Lebens; meist überdeckt von übersteigertem Konsum bis hin zu Suchtverhalten (Arbeitssüchtig, Alkoholsüchtig, Drogenabhängig, Machtsüchtig...)
Religion im engeren Sinn
gestiftete Religion Erlöserreligion: Du lernst die Glaubenssätze kennen und trittst dann dieser Religion bei
Monotheismus: Demgegenüber haben die v. a. an der Geschichte und am menschlichen Handeln in der Geschichte orientierten Kulturen die monotheistischen Religionen (Judentum, Christentum, Islam) mit ihrer personalisierten Gottesvorstellung hervorgebracht (Monotheismus). (c) Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, 2006
Buddhismus \Buddha ca 500 a. Ch. n.: Alle irdischen, unter- und überirdischen Wesen unterliegen gleicherweise dem Gesetz der kausalen Vergeltung aller guten und bösen Taten (Karma), sodass im Kosmos ein dauerndes Geborenwerden und Sterben herrscht, bei dem die einzelnen Wesen ihre Existenzweisen ständig ändern.
Vajrayana
Vajrayana
Tibet - Buddhismus
Zen - Buddhismus
Theravada
Judentum \Mose ab ca 2000 oder 1200 a. Ch. n.: Nach jüdischer Tradition beginnt die Geschichte Israels mit den Erzvätern. Abraham zieht aus seiner Heimat in das Land, das ihm und seinen Nachkommen gegeben werden soll (1. Mose 12, 1-3; 13, 14-18). Gott schließt mit ihm einen Bund mit der Beschneidung als Bundeszeichen (1. Mose 17, 9-14). Die Erfahrung seines Sohnes Isaak ist die der Todesgefahr auf dem Opferaltar (1. Mose 22). Der dritte Erzvater Jakob erhält den Namen Israel (1. Mose 32, 29). Mit seinen 12 Söhnen (Ruben, Simeon, Levi, Juda, Dan, Naphtali, Gad, Aser, Issakar, Zabulon, Joseph, Benjamin) - den Vätern der zwölf israelitischen Stämme - beginnt die Geschichte des Familienverbandes, der vorübergehend in Äygpten wohnte und zum Volk wurde. Unter Führung von Mose verlässt dieses Volk Ägypten (Exodus). Am Sinai schließt Gott mit dem Volk einen Bund und gibt ihm die Thora. (c) Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, 2006
Christentum\Jesus ab ca 20 p. Ch. n. : Seit seiner Entstehung um 300 n.Ch. n. begreift das Christentum Jesus als von Gott gesandt, schon in vorpaulinischer Zeit als auf Erden erschienenen Gott (Philipperbrief 2, 6-11) oder als Fleisch gewordenes »Wort« Gottes (Johannes 1, 1 ff.) und sich selbst somit als basierend auf göttlicher Offenbarung und positivem Heilswillen Gottes (Offenbarungsreligion, »absolute Religion«). (c) Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, 2006
Konfession: Bezeichnung für die einzelnen christlichen Kirchen (als christliche Gemeinschaften, die ganz bestimmten Traditionen und Bekenntnisschriften verbunden sind).
Anglikaner
Mormonen
Protestanten
Serbisch - Orthodoxen
Syrisch - Orthodoxen
Orthodoxen
Kopten
Äthiopier
Armenier
Katholiken
Assyrer
Islam \Mohamed ab 700 p. Ch. n.: [arabisch »Hingabe« (an Gott)] der, -(s), die von Mohammed zwischen 622 und 632 in Medina (erste Gemeindeordnung) gestiftete monotheistische Weltreligion, zu der sich (2005) rd. 1,19 Mrd. Menschen (über 20 % der Weltbevölkerung) bekennen; gerechnet nach Geburt und Bekenntnis können dem Islam rd. 1,49 Mrd. Menschen (rd. 24 % der Weltbevölkerung) zugerechnet werden. Die heutige Weltreligion entstand durch das prophetische Wirken von Mohammed seit etwa 610 in Mekka und ab 622 in Medina im Westen der Arabischen Halbinsel. Der Begriff Islam ist bereits im Koran enthalten und bedeutet die vollständige Hingabe an den einen Gott (Allah). Die Anhänger des Islam bezeichnen sich als Muslime (weibliche Form: Muslimas oder Musliminnen). (c) Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, 2006
Sunniten
Drusen
Baha'i
Volksislam
Ibaditen
Wahabiten
Schiiten
Geburtsreligion Volksreligion: Als Stammesmitglied oder Familienmitglied bist du automatisch als Kind hineingeborenes Mitglied dieser Religion.
Geburtsreligionen kennen keine Stifter als geschichtliche Figuren sondern starten mit einer Überlieferung, einem Mythos . Einer Religion aus Stammes- oder Familienangehörigkeit ist das Missionieren, die Bekehrung anderer fremd. Geburtsreligionen trennen scharf zwischen jenen, die dazugehören und den übrigen.
Alle Monotheistischen (Eingott-) Religionen sind als "gestiftete Religionen" gestartet. Der Religionsstifter ist eine mehr oder weniger bekannte geschichtliche Figur. Nach wenigen hundert Jahren veränderten sich alle dadurch, dass ein ganzer Apparat von organisierten Theologen die Worte und Taten des Stifters zu einem Religionssystem ausbauten. Christentum und Islam kenne Perioden mehr oder weniger aggressiver Missionierung. Obwohl vieleKinder von Geburt an in einer Religion daheim sind, sind die gestifteten Erlöserreligionen keine "Geburtsreligionen".
Monimus: In Kulturen, die v. a. an der Natur orientiert sind und in denen der Mensch sich und sein Leben primär als Teil des Naturgeschehens begreift, steht die Frage nach der Sinnhaftigkeit der Naturwelt oder der Ordnung des Kosmos im Vordergrund.
Shintoismus 800 a. Ch. n.: Die Gesamtheit der ursprünglichen, wesentlich aus dem bewussten Erleben der Natur hervorgegangenen religiösen Vorstellungen der Japaner. Der Shinto bildet die Ur- Religion Japans und ist durch die Verehrung der Natur, der Ahnen und der den Klanen gemeinsamen Klan-Gottheiten (Ujigami) gekennzeichnet; dabei werden einzelne (besonders eindrucksvolle) Naturerscheinungen als Wohnsitze bestimmter Götter angesehen und die Ahnen als allzeit existent und in ihren Gemeinschaften (Familie, Klan) weiterlebend verehrt.
Naturreligion / Animismus: Uraustralier / Zentralafrikaner / Amazonier Ursprung von Religion aus dem Glauben an Seelen und Geister in der Umwelt der Menschen. Im Lauf der Entwicklung habe man sich diese »Seelen« zunehmend selbstständiger gedacht: Dies sei der Ursprung der Vorstellung von Geistern, Dämonen und schließlich auch Göttern und damit von Religion insgesamt.
Hinduismus Germanische Einwanderer in Indien "Arier" ca 1500 a. Ch. n.: Das religiös-soziale System des Hinduismus ist begleitet von der Anschauung, dass alle Lebewesen in dieser in ständigem Entstehen und Vergehen begriffenen Welt eine »Hierarchie« des Seins bilden, die bei den Pflanzen beginnt und bei den höchsten Göttern endet. Die Menschheit wiederum als das Mittelstück in dieser Hierarchie zerfällt in zahlreiche Klassen, als deren oberste die Hindukasten gelten. Die Kastenzugehörigkeit beruht nicht auf Zufall oder dem unerforschlichen Willen eines Gottes, sondern ist gemäß den Lehren vom Kreislauf von Geburt, Tod und Wiedergeburt der individuellen Seele (Samsara) und von der Wirkung des Karmagesetzes durch die sittliche Weltordnung (Dharma) bedingt. Der ganze Kosmos wird beherrscht von der Vergeltungskausalität aller Taten (Karma), die jedem Wesen, das geboren wird, seinen Platz aufgrund seiner guten oder bösen Handlungen in einer vorausgegangenen Existenz anweist. Die Lehre von der Seelenwanderung wird somit zur Grundlage des Kastensystems.
Tantra
Shivaismus
Vishnuismus
Definition(en)
Trennschärfe: Auch bewusst weltliche, politische oder wirtschaftliche Weltanschauungen können als Religion gelten. Zwar ist der Bezug zum Übernatürlichen vernachlässigt oder die eigentlichen Religionen werden gar strikte abgelehnt. Dennoch aber wird »das Ganze« von Welt, Mensch und Geschichte thematisiert und so für ihre Anhänger quasi zur Ersatzreligion.
Grundsätzliches: Jede Religion hat ein »Heilsziel« und zeigt einen »Heilsweg«
(Versuch) einer Definition: Religion beschreibt als Glaubensystem in Lehre, Praxis und Gemeinschaftsformen die »letzten« Sinnfragen menschlicher Gesellschaft und Individuen. Diese »religiöse Frage« stellt sich in verschiedenen Kulturen und zu verschiedenen Zeiten in je anderer Form. Entsprechend unterschiedlich werden in den Religionen die »Antworten«, die Erklärungsversuche des menschlichen Daseinsverständnisses entwickelt.
Quellen: frei nach (c) Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, 2006 digitale Ausgabe und Wikipedia; www.wikipedia.de; www.aphorismen.de; /www.ruhr-uni-bochum.de/relwiss/